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Faszination Bergwandern

Einfach gehen. Das gleichmäßige Atmen hören; das Pochen des Herzens spüren. Die Luft auf der Haut fühlen. Wandern ist die ursprünglichste Art, in den Bergen unterwegs zu sein. Und: Es spricht alle Sinne an, wenn man sich darauf einlässt.

Faszination Bergwandern

Wer heute in den Bergen unterwegs ist, der trifft schnell auf Gleichgesinnte, die das In-der-Natur-Sein genießen. Auch die kleinen oder größeren Strapazen des Aufstiegs sind schnell vergessen, wenn die Hütte oder der Gipfel erreicht oder der Weg einfach schön ist.

Der Anfangsaufwand – vor allem hinsichtlich Ausrüstung und technischen Können – hält sich bei Wanderungen gering, weshalb wohl auch fast alle DAV-Mitglieder angeben, mindestens mehrmals im Jahr zum Wandern zu gehen.

Auch beim Bergwandern gilt: Je anspruchsvoller und größer die Unternehmung, desto wichtiger ist das Wissen um Wetter, Orientierung, Erste Hilfe und anderem mehr. Kondition und Trittsicherheit müssen dem Ziel entsprechend angepasst sein. – So steht dem eigenverantwortlichen Berggenuss nichts im Weg.

Varianten

Wandern ist nicht gleich Wandern. Vor allem Gelände, Höhenmeter und Streckenlänge sind ausschlaggebend für eine genauere Unterscheidung der Spielarten:

Wandern

… im Flachland und in den Mittelgebirgen, auf kleinen Straßen oder auf breiten Wegen: Kultur, Land und Leute stehen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit; sportliche Ambitionen sind zumeist zweitrangig.

Bergwandern

im Voralpenland, in mittleren Höhen und im Hochgebirge. Trittsicherheit und Kondition sind unabdingbare Voraussetzung, ebenso alpine Erfahrung. Man ist auf einfachen bis schweren Bergwegen unterwegs – mitunter im Absturzgelände.

Alpines Weitwandern

… auf durchgehenden, markierten Wanderwegen (oft auch als „Höhenwege“ bezeichnet) mit bis zu 20 Tagesetappen, wie bspw. die Via Alpina. Übernachtet wird zumeist auf Alpenvereinshütten.

Fernwandern

… auf den Europäischen Fernwanderwegen (mit speziellen Markierungen) oder ähnlichen ausgeschilderten Routen über lange Strecken.

Trekking

… in wenig erschlossenen Gebirgsregionen (z.B. in den Anden oder im Himalaya). Übernachtet wird meistens in Lodges der Einheimischen oder in Zelten. Gepäcktransport und Versorgung der Trekkinggruppe organisieren oft eine oder mehrere Begleitpersonen.

Naturschutz

Den Reiz des Bergwanderns macht vor allem das Erleben der Natur aus.

In den letzten Jahren ist das Interesse am Bergwandern deutlich gestiegen; Tourenaktivitäten im Gebirge haben alpenweit zugenommen – vor allem in den schnell erreichbaren Hausbergen von Metropolen wie München, Salzburg oder Innsbruck.

Zum Schutz der Natur sollten alle, die Wandern gehen, auf den markierten Wegen bleiben – vor allem, wenn man sich im Wald oder in besonders sensiblen Landschaften bewegt.

Wandern abseits von Wegen oder außerhalb der üblichen Tageszeiten kann Wildtiere in erhebliche Unruhe versetzen und sie – vor allem im Winter – viel lebenswichtige Energie kosten. Daher sollte man dies möglichst vermeiden bzw. mit großer Umsicht unterwegs sein.

In aller Kürze

Ausrüstung

Zur Ausrüstung für das Wandern gehören

  • Stabile Bergschuhe mit rutschfester Profilsohle
  • dem Wetter angepasste Kleidung
  • ausreichend Verpflegung
  • Notfallausrüstung inkl. Handy (Notruf 112), Erste-Hilfe-Set und Rettungsdecke/Biwaksack

Sicherheit

Die Risiken beim Wandern sind zwar verhältnismäßig gering. Um Unfälle zu vermeiden, sollte man dennoch einige wichtige Punkte beachten:

  • eine gründliche Tourenplanung – angepasst an Gelände, Witterungsverhältnisse sowie das eigene Können – schützt vor unliebsamen Überraschungen. Die Bergwandercard des DAV hilft, die passende Tour auszuwählen.
  • nur im gesunden und trainierten Zustand aufbrechen (Herz-Kreislauf-Schwächen sind ernstzunehmende subjektive Gefahren, ggf. einen Sportmediziner aufsuchen um – vor allem vor größeren Wanderungen – Fragen zu klären)
  • gut gestärkt starten und genügend Essen und Trinken mitführen
  • Karte und Führer einstecken (vor allem in unbekanntem Gelände nicht allein auf eine Smartphone-App verlassen!)
  • das Tourenziel zu Hause/bei Freunden bekannt geben und auch Planänderungen melden
  • unter der Leistungsgrenze bleiben – und somit immer Reserven für Unvorhergesehenes haben!

Infrastruktur

Wer in den Bergen unterwegs ist, dem stehen mehr als 300 Schutzhütten des DAV zur Rast oder zur Übernachtung zur Verfügung. Hinzu kommen viele weitere Hütten anderer alpiner Vereine wie dem ÖAV, SAC oder dem AVS.

Ob Tageswanderung, Mehrtagestour oder wochenlange Fernwanderung – fernab vom Lärm und von der Hektik des Alltags lassen sich auf den Alpenvereinshütten entspannte Stunden verbringen. Alpenvereinsmitglieder genießen Vergünstigungen, auch auf den Hütten einzelner anderer alpiner Vereine.

Informationen zu den Hütten der Alpenvereine sowie zu privaten Hütten und Biwaks gibt es in der übersichtlichen Hüttensuche.