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Audrey Hepburn | Eine Hommage

Audrey Hepburn war Filmstar, Stilikone, Givenchys Muse und UNICEF-Botschafterin. Nach außen verkörperte sie perfekt den Glamour der Traumfabrik, doch vieles blieb hinter den Holywoodkulissen verborgen. Wusstet ihr etwa, dass sie eigentlich Primaballerina werden wollte? Dass sie vaterlos aufwuchs und wenig Glück mit den Männern hatte? Dass Henry Mancini extra für sie „Moon River“ schrieb und eine schneeweiße Tulpe nach ihr benannt wurde?

Die britisch-niederländische Schauspielerin faszinierte mit ihrer leisen und sensiblen Spielkunst ein Millionen-Publikum. Dabei avancierte Audrey Hepburn zu einer der großen Diven des internationalen Films.

Sie prägte mit ihrer eleganten Erscheinung und ihrer Mode das Frauenbild in den 1950er und 1960er Jahren entscheidend mit. Hepburn stand in Ihrer Karriere mit den größten Stars ihrer Zeit vor der Kamera. Für „Ein Herz und eine Krone“ an der Seite von Gregory Peck wurde sie mit dem „Oscar“ für die beste Hauptrolle ausgezeichnet. Ebenso spielte sie die Hauptrolle in einem der populärsten Filme alle Zeiten – „Frühstück bei Tiffany“ aus dem Jahr 1961. Insgesamt wurde Audrey Hepburn mit mehr als fünfzig Auszeichnungen geehrt, anfangs für ihre herausragende Arbeit bei Theater und Film, später für ihren unermüdlichen Einsatz und humanitäre Unterstützung von Kindern in aller Welt…

Das wichtigste ist, dein Leben zu genießen, glücklich zu sein, das ist alles, was zählt.
Der Weg zur Filmlegende

Inmitten seiner Verhandlungen mit Elizabeth Taylor stößt William Wyler auf die noch kaum bekannte „Gigi“-Darstellerin Audrey Hepburn. Er engagiert sie vom Fleck weg. Audrey erhält die Hauptrolle in „Ein Herz und eine Krone“. Was der Regisseur nicht weiß: Audreys Schauspieltalent endet bei gestellten Tränen. William Wyler explodiert. Seine lautstarken Beschwerden über ihre unzureichende Leistung zeigen jedoch schnell Wirkung: Audrey bricht in Tränen aus. Der Film ist gerettet.

Co-Star Gregory Peck erkennt Audreys Talent und überredet den Regisseur, ihren Namen vor den Filmtitel zu setzen. Ein Privileg, das bislang nur Topstars vorbehalten war. Der Plan geht auf! Mit 25 Jahren gewinnt sie mit ihrer ersten Hauptrolle einen Oscar und einen Golden Globe Award. Fortan zählt sie zu Hollywoods Elite und prägt mit Filmen wie „Frühstück bei Tiffany“, „Charade“ oder „My Fair Lady“ die Filmgeschichte.

Nach insgesamt 19 Jahren als Schauspielerin verabschiedet sie sich schließlich vom Filmgeschäft. Audrey Hepburn blickt auf 22 erfolgreiche Werke zurück. Mit der Verleihung von je einem Oscar, Emmy und Grammy sowie zwei Tonys Awards ist sie bis heute eine von nur zwölf Künstlern, die alle vier großen Preise der amerikanischen Unterhaltungsindustrie gewinnen konnten.

Der Weg zur Stilikone

Bereits vor der Verleihung des Oscars ahnt Regisseur Billy Wilder, dass „Audrey Hepburn den Busen noch völlig aus der Mode bringen wird.“

Mit ihrem kurzen Männerhaarschnitt und der grazilen Figur entspricht Audrey so gar nicht dem Schönheitsideal der Zeit. Statt wie die angesagten Diven Marilyn Monroe, Sophia Loren und Brigitte Bardot sinnliche Weiblichkeit zu symbolisieren, verkörpert sie das Erscheinungsbild einer Primaballerina.

Ihr Stil hebt sich ab und erzählt die Geschichte ihrer Vergangenheit. Statt ihre Figur zu kaschieren, betont sie die Folgen des erlittenen Muskelschwunds. Auch wenn ihre Mutter mittlerweile den Adelstitel abgelegt hat, würdigt Audrey ihre aristokratische Herkunft, indem sie einen koketten, aber nie freizügigen Stil pflegt. In der Presse heißt es fortan, dass „das Wort ‚elegant‘ einst für sie erfunden worden sei.“

Audreys Stil begeistert auch den Regisseur Billy Wilder. Er überlässt Audrey die Einkleidung ihrer Rolle in „Sabrina“. Um der Aufgabe gerecht zu werden, wendet sich Audrey an Hubert de Givenchy. Der Designer fühlt sich geehrt. Immerhin bittet ihn Oscar-Preisträgerin Katharine Hepburn um Hilfe. Ein Irrtum, der sich schnell aufklärt. Sobald die elfenhafte Audrey Hepburn sein Pariser Atelier betritt, erinnert ihn rein gar nichts mehr an die berühmte Katharine Hepburn. Der Couturier versucht, sie abzuwimmeln. Erfolglos. Kurzerhand lädt Audrey den Modeschöpfer zum Abendessen ein. Für eine Frau der damaligen Zeit eine so ungewöhnliche Geste, dass der Designer verblüfft einwilligt. Mit der Zeit ist Givenchy fasziniert von dem ungewöhnlichen Modegespür der jungen Schauspielerin und erlaubt ihr, einige seiner Musterteile anzuprobieren. Audrey Entscheidung fällt auf einen doppelreihigen, taillierten Wollblazer, der sich nach „Sabrina“ zu einem Trend entwickelt.

»Ich brauche viele Küsse! Sie sind doch die einzige Erinnerung an die Sprache des Paradieses.« Audrey Hepburn

Es ist der Beginn einer Freundschaft und einer einzigartigen Kombination von Film und Mode. Immer mehr wird Audrey Hepburn Givenchys Muse. Ihre gemeinsam konzipierten Looks schreiben Filmgeschichte. Insbesondere ihr schwarzes Cocktailkleid in „Frühstück bei Tiffany“ erlangt Kultstatus und wird zum Archetyp für den Begriff „Das kleine Schwarze“.

Mit ihren schwarzen Ballerinas, 7/8-Hosen und großen Sonnenbrillen erregt Audrey Aufsehen und wird neben Jackie Kennedy zur meistfotografierten Frau der Welt. Die Verbindung zwischen der Schauspielerin und dem Modeschöpfer geht jedoch weit über Kleidungsfragen hinaus. Das glamouröse Paar besucht so häufig gemeinsam glanzvolle Abendveranstaltungen, dass die Freundschaft fast einer „Ehe“ gleicht. Auch bei den wichtigsten Momente ihres Privatlebens fehlt Givenchy nicht. Bei ihrer zweiten Hochzeit 1969 ist der Modeschöpfer nicht nur Gast, sondern auch für das Design ihres Kleides verantwortlich. Das Vertrauen wächst ins Unermessliche, sodass Audrey ihn vor ihrem Tod zum „exécuteur testamentaire“, also zum gesetzlichen Vertreter ernennt.